Feuchtigkeitsmessgeräte

Zur Feststellung von Feuchtigkeitsausbreitungen sowie zur Messung von Feuchtigkeitsmengen werden eine Vielzahl unterschiedlicher, dem jeweiligen Messzweck genau angepasster Geräte und Verfahren eingesetzt. Bei der Leckstellenortung können Feuchtigkeitsmessungen auch einen Hinweis auf die Rohrbruchstelle geben. Untersucht werden auf diese Weise sowohl Oberflächen von Bauteilen als auch die innere Struktur mit Tiefenmessungen.

Neutronensonde

Die Sonde arbeitet nach dem Prinzip der Neutronenabbremsung. Die von der Strahlenquelle ausgesandten Neutronen werden durch Feuchtigkeit, genauer gesagt durch Wasserstoffatome, abgebremst. Die langsameren Neutronen werden durch Detektoren im Gerät aufgenommen und elektronisch ausgewertet. Der so ermittelte Wert gibt dann einen Aufschluss über den Feuchtigkeitsgehalt der untersuchten Bauteile. Die Untersuchung ist absolut Zerstörungsfrei.

Thermografie in der Leckortung

Zur Ortung von Leckstellen in Warmwasser- und Heizungsleitungen, bedingt auch bei Kaltwasserleitungen, setzen wir die Thermografie-Systeme FLIR ThermaCam PM 675 und FLIR ThermaCam B60 ein. Bei dieser Methode muß immer eine Temperaturdifferenz zwischen dem in der Rohrleitung fließenden Medium und der direkten Umgebung vorhanden sein. Dieser Unterschied wird mit der Infrarotkamera aufgenommen und auf einem Monitor sichtbar gemacht. Leckstellen werden so aufgrund der größeren Wärmeabstrahlung hervorgehoben.

Elektromagnetische Leitungsortung

Zur schnellen und genauen Ortung von metallischen Rohrleitungen wird das System „Ferrophon“ eingesetzt. Neben dem Verlauf kann auch die Verlegungstiefe ermittelt werden. Ein Impulsgeber erzeugt in dem zu untersuchenden Rohrnetz ein elektromagnetisches Feld, das über einen Spezialempfänger mit einer Suchspule geortet werden kann. Der Rohrverlauf kann dann ohne Zeitverlust mit geeigneten Ortungsanlagen weiter untersucht werden.

Elektro-akustisches Verfahren

Diese Methode wird hauptsächlich zur Ortung von Leckstellen an Kaltwasserleitungen eingesetzt. Die beim Ausströmen von Wasser an der Leckstelle entstehenden Geräusche breiten sich kugelförmig aus und werden auch von der Rohrleitung selbst übertragen. Unter Verwendung geeigneter Hilfsmittel kann durch Abhorchen defekter Leitungen die genaue Lage der Leckstelle geortet werden. Bei sehr kleinen Leckagen wird das betroffene Rohrsystem mit Gas gefüllt, das beim Austritt aus der Leckstelle in typisches pfeifendes Geräusch verursacht, das mit dem Aquaphon gut gehört werden kann.

Tracer-Gas-Methode

Das Rohrleitungssystem wird mit Helium befüllt, das dann aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften an der Leckstelle austritt. Helium ist ein flüchtiges Gas und hat die Eigenschaft, durch fast alle Materialien, beinahe gradlinig, nach oben zu diffundieren. Mit einer Spezialsonde können dann bei Überprüfung der ermittelten Leitungsverläufe auch kleine verdeckte Austrittsstellen geortet werden.

Endoskopie

Die Endoskopie ist eine Methode zur zerstörungsfreien Untersuchung von Hohlräumen und verdeckten Bauteilen, die nur schwer zugänglich sind. Die eingesetzte Anlage besteht aus einer Kaltlichtquelle, einem Glasfaserkabel, einem Endoskop und der Fotoausrüstung mit Adapter. Das Endoskop wird durch eine Öffnung oder eine Bohrung in den zu untersuchenden Hohlraum eingeführt. Es dient dazu, den Hohlraum zu beleuchten, so dass über ein integriertes Linsensystem eine Betrachtung und die Erstellung einer Fotodokumentation möglich sind.

Rohr-TV

Die Rohr-TV-Anlage dient dazu, Rohrleitungen von innen optisch zerstörungsfrei zu überprüfen. Die eingesetzte Anlage besteht aus einem Kamerakopf mit integrierter Infrarot-Lichtquelle und einem Monitor. Der Kamerakopf kann mittels eines flexiblen Schiebegestänges bis zu 15 m in Rohrsysteme mit einem Mindestdurchmesser von 70 mm eingeführt werden. Bei dem Einsatz dieses Direktbildsystems können zur Dokumentation gegebenenfalls Foto- oder Videoaufnahmen gemacht werden. Für diese Untersuchungsmethode ist es manchmal erforderlich, Rohr-Teilsysteme durch spezielle Dichtkissen oder Pressballone abzusperren.

Elektronische Flachdach-Leckortung

Zur genauen Ortung von Leckstellen in der Dachhaut eines Flachdaches, sowie in mit Folien abgedichteten Schwimmbecken, wird die elektronische Flachdach-Leckortung eingesetzt. Ein Impulsgeber erzeugt in dem zu untersuchenden Bereich einen von 50 Hz abweichenden, getakteten Stromfluss zwischen einer das Untersuchungsfeld begrenzenden Ringleitung (Anode) und der Leckstelle, bzw. den Leckstellen (Kathode / Erde). Mit einem Zweipunktmesssystem können über das Potentialgefälle die Leckstellen geortet werden.

Thermohygrograph

Dieses Feuchtigkeits- und Temperaturmessgerät mit gleichzeitiger Aufzeichnung ermöglicht langfristige Überwachung von Klimazuständen. Die Veränderung der relativen Luftfeuchtigkeit sowie der Temperatur werden durch zwei Kurven, die von Schreibern auf einer Rolle erzeugt werden, überwacht und somit nachvollziehbar. In Gebäuden mit Feuchtigkeits- bzw. Schimmelerscheinungen, die auf Kondensation der Feuchtigkeit aus der Raumluft an kalten Gebäudeteilen zurückgeführt werden, ist es somit möglich, das Benutzerverhalten zu überprüfen. Die vor Ort vorgenommene Besprechung der Klimakurven kann einen grossen psychologischen Effekt bei angetroffenem Fehlverhalten in Sachen Lüftung und Beheizung haben.

Blower-Door

Ein flexibler Einsatz mit einer Kunststoffplane verschließt eine Haustür oder ein Fenster. Die darin installierte Windmaschine mit einem Durchmesser von etwa 70 cm saugt die Luft regelrecht aus dem Haus und verursacht eine Unterdruck. Der Luftstrom wird mit einem Thermoanemometer vermessen. Es spürt an der temperaturempfindlichen Spitze den kühlen Luftzug der eingesaugten Aussenluft. Das angeschlossene Digitalgerät dokumentiert, mit welcher Geschwindigkeit der Wind durch die Ritzen strömt. Zusätzlich wird das Haus von den Spezialisten abgetastet und mit der Infrarotkamera untersucht, um die hinterlüfteten Bauteile ausfindig zu machen.